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Corona-Maßnahmen für kleine Geschäfte: Tipps zur Umsetzung

Seit einem Jahr dominiert die Corona-Pandemie nun schon das Leben. Für Geschäftsinhaber ist die Lage prekär.

Zum Glück gibt es einige Möglichkeiten, auch im Lockdown Umsätze zu erzielen.

 

Keine Öffnung des Einzelhandels vor Mitte März

Die letzte Runde im Kanzleramt machte die Hoffnungen unzähliger Einzelhändler und Kleinunternehmer zunichte: Der Lockdown wird bis mindestens 7. März verlängert. Mehr noch: Eine Öffnung der Geschäfte soll auch dann nur möglich sein, wenn die 7-Tage-Indizenz stabil unter 35 liegt. Damit wich die Regierung vom bisherigen Ziel von 50 ab und macht es dem Einzelhandel noch schwerer.

Immerhin: In Deutschland ließen die Landesregierung den Geschäftstreibenden noch ein Hintertürchen offen: Die Bestellung online und das Abholen der bestellten Ware im Geschäft, auf Neudeutsch Click & Collect genannt. Als letztes Bundesland erlaubt auch der Freistaat Sachsen die Abholung bestellter Ware in Geschäften ab 15. Februar wieder. Sachsen litt lange Zeit unter den höchsten Inzidenzraten, konnte aber mittlerweile spürbare Erfolge erzielen.

So gestalten Geschäfte die Abholung Corona-konform

Grundsätzlich sollten Warteschlangen vermieden werden. Ist der Bürgersteig vor dem Ladengeschäft breit genug, können Abholer vor dem Geschäft warten. Markierungen auf dem Boden weisen auf die Einhaltung des Mindestabstands hin. Dazu sollten Bänder verwendet werden, die sich auch bei Regen nicht ablösen. Eine wertvolle Hilfe sind sogenannte Kundenstopper, die online beispielsweise bei Otto Office bestellt werden können. Normalerweise dienen sie als Werbemittel auf dem Bürgersteig, mit dem Geschäftstreibende auf aktuelle Sonderangebote und Aktionen hinweisen können. Nun lassen sich daran Flatterbänder zur Abtrennung des Wartebereichs befestigen. Auf dem Kundenstopper selbst können die allgemeinen Corona-Verhaltensregeln in Erinnerung gebracht werden oder die individuellen Regeln zum korrekten Ablauf der Abholung.

Erlaubt ein zu schmaler oder nicht vorhandener Bürgersteig kein Warten vor dem Geschäft, sollte die Abholung mit einer Terminvergabe kombiniert werden. Der Abholer findet sich dann zum vorgegebenen Zeitpunkt (Maske tragend!) vor dem Laden ein und bekommt seine Ware nach draußen gereicht. Spielt das Wetter mit, kann die Ladentür dauerhaft geöffnet bleiben und mit einem Tisch verstellt werden. Dieser dient solange als Theke, über die die Ware gereicht wird. Auf dem Tisch können auch Werbeflyer zum Mitnehmen ausliegen.

Kundenbindung in Pandemie-Zeiten

Umfragen zufolge sind viele Kunden bereit, den lokalen Einzelhandel in diesen schweren Zeiten zu unterstützen. Allerdings erwarten vor allem jüngere Kunden, dass ihnen dies leicht gemacht wird. Ein Einzelhändler ganz ohne Onlinepräsenz hat hier meist schon verloren. Wer Artikel nicht zumindest online in Augenschein nehmen kann, wendet sich dann doch lieber an den großen Versandhändler im Internet. Noch besser ist natürlich eine umfassende digitale Kommunikation mit den Kunden.

Dies bedeutet zunächst eine eigene Website. Ideal ist natürlich ein Onlineshop, in dem die Ware bereits ausgewählt und kontaktlos bezahlt werden kann. Lässt sich dies nicht umsetzen, dann sollten die Waren zumindest auf der Website kurz präsentiert werden. Ein Spielzeugladen kann beispielsweise "20 Tipps für verschiedene Altersgruppen" auf der Startseite mit Bildern zeigen und darunter Listen von Gesellschaftsspielen, Bausätzen und Plüschtieren, die vorrätig sind. Analog kann ein Buchladen mit Büchern verfahren oder ein Delikatessengeschäft mit Spezialitäten. Kunden können die gewünschten Artikel dann per E-Mail oder telefonisch bestellen. Dabei können auch gleich Termine für die Abholung ohne Wartezeit vereinbart werden.

Social-Media-Portale zur schnellen Kommunikation

Dazu ist mindestens ein Social-Media-Portal wie Facebook oder Twitter zur schnellen direkten Kommunikation unerlässlich. Hier kann der Ladenbetreiber tägliche Tipps geben, Produkte präsentieren oder auch über News informieren. Kunden können per Direktnachricht bestellen oder Rückfragen stellen. Ganz wichtig: Das Portal muss täglich gepflegt werden. Erhält ein Kunde auf eine Twitter-Anfrage keine Antwort, ist er schon verloren.

Zweifellos ist Click & Collect nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Doch wer jetzt eine gute Bindung zu seinen Kunden aufbaut und mit Erreichbarkeit und Service punktet, der darf sich nach de Pandemie über neue Stammkunden freuen, die ihm auch weiterhin die Treue halten.

Ein Beitrag von Julia Meier
Bild: ©istock.com/Juanmonino